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Real Time Spaces, 2008, Digitaldruck, Video-, Audioinstallation, 200 x 400 cm

Der Blick aus dem Weltraum war einst nur den Göttern vorbehalten. Für sie wurde in allen Weltregionen Geoglyphen geschaffen. Heute ist dieser Blick von jedem per Google Earth einnehmbar. Wie man dort hineinzoomt, so tritt man auch an die Fotoplatten der Satellitenbilder dieser Arbeit heran, um mehr zu sehen. Die hohe Auflösung der Bilder verspricht, immer mehr Einzelheiten preiszugeben. Flugzeuge, Hütten und Trampelpfade werden sichtbar. Man überquert mit den Augen große Distanzen der Wüste und sucht zwischen der Natur die Spuren der Menschen. Was sieht man wirklich? Was wirklich wichtig ist, bleibt hinter der visuellen Information verborgen. Und so tritt man wieder zurück, so weit, bis die Flächen und Linien wieder abstrakt, ornamental und dekorativ werden und nichts mehr etwas bedeutet.
Die Installation bietet einen zweiten Blick an. Eine Videoprojektion hinter den Bildern des Satelliten bringt den Blick zurück auf den Boden, auf Augenhöhe mit den Menschen. Ein Moped verschwindet hupend im Dunkeln und nimmt uns mit ins Innere der Wüstenstadt Yazd. Doch die Höfe des sonst so lebendigen Basars sind seltsam leer. War der Blick von außen begrenzt und die Hoffnung auf den Blick von innen groß, scheint nun die erhoffte Orientierung auszubleiben?


Real Time Spaces, 2008, digital print, video-, audio installation, 200 x 400 cm


The view from above has once been exclusive to the gods. In all regions of the world geoglyphs were created, large-scale drawings on the ground. Today this point of view can be taken by everyone via Google Earth. Just like zooming in, we step forward to the photo plates in order to see more. The high resolution of the pictures promises to reveal more and more details. Aeroplanes, shacks and trails become visible. The eye crosses large distances of desert and seeks traces of man amidst nature.
What really matters seems to be concealed behind the visual information. So we step back again, far enough that the trails and streets, the huts and villages become mere patterns again, meaningless as they were used to be.
But the installation offers a second glance. Behind the satellite images a video projection brings us down to earth, on eye level with the people. With a honk a motorbike vanishes in the darkness and takes us into the heart of the desert, the city of Yazd. However, the courtyards of the bazaar are strangely deserted. The view from outside was limited and the hopes were high for a closer examination. Now, it seems, the anticipated orientation fails to occur
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